Baukindergeld vor allem in ländlichen Regionen beliebt

Bislang haben knapp 79.000 Familien Anträge auf Baukindergeld gestellt. Verglichen mit anderen Förderprogrammen aus dem Portfolio erfreut es sich größter Beliebtheit.

Doch wie ist der Effekt für den Immobilienmarkt? Eine Zwischenbilanz.

Das Baukindergeld wurde 2018 in Deutschland als staatliche Förderung des Immobilienerwerbs für Familien mit Kindern in Form eines Geldzuschusses eingeführt. Das Baukindergeld soll nach der Ende 2005 abgeschafften Eigenheimzulage die Eigentumsbildung im Immobiliensektor für Familien mit Kindern erleichtern.

Die Forderung aus allen Ecken der Gesellschaft Familien den Erwerb von Eigenheimen leichter zu gestalten ist keineswegs neu. Neben Politikern, Bürgern und Interessenverbänden setzen auch wir uns dafür ein. Als das Baukindergeld im vergangenen September rückwirkend zum 1. Januar 2018 in Kraft trat, hagelte es dennoch viel Kritik: Zu teuer, es bekommen die Falschen, nur die Immobilienpreise würden dadurch weiter steigen.

Heute steht fest: Selten gab es auf ein Förderprogramm einen derartigen Ansturm. Bis zum 18. März 2019 gingen 79.000 Anträge auf Baukindergeld bei der Kreditanstalt für Wideraufbau ein, insgesamt zählen die antragstellenden Familien 120.000 Kinder. Im Schnitt haben die Familien dabei ein oder zwei Kinder. Die Zahlen halten sich die Waage. Da es pro Kind 12.000 Euro über zehn Jahre verteilt gibt, müssten 1,44 Milliarden Euro ausgezahlt werden, vorausgesetzt es werden alle Anträge auch bewilligt. Die KfW hat jedenfalls rund 1,6 Milliarden Euro Rückstellungen für das Förderprogramm gebildet, aber ausgezahlt worden ist davon bislang noch nichts. Erst ab Ende März können die Antragsteller die notwendigen Dokumente und Unterlagen im KfW-Portal hochladen.

Aus den bislang vorliegenden Anträgen lässt sich einiges über die Antragssteller ablesen. So profitiert etwa das Umland stärker vom neu eingeführten Baukindergeld. Nur 37,5 Prozent der Anträge, die noch 2018 gestellt wurden, entfielen auf die Städte, 62,5 Prozent hingegen auf den ländlichen Raum.

Das dürfte mit verschiedenen Faktoren zusammenhängen. Die 12.000 Euro, die Familien pro Kind als Zuschuss für den Eigenheimkauf beantragen können, kommen bei niedrigeren Kaufpreisen stärker zum Tragen, weil das Baukindergeld einen größeren Anteil an der Gesamtsumme ausmacht. „In den Innenstädten ist der positive Effekt des Baukindergeldes leider begrenzt. Hohe Preise belasten das Budget hier stark“, sagt dazu Jörg Koschate, Vorstandsmitglied der BHW Bausparkasse, die dieses Phänomen auch beobachtet hat. Zwar kann das Baukindergeld aufgrund der Auszahlung in jährlichen Tranchen nicht als Eigenkapital für die Baufinanzierung verwendet werden, knapp kalkulierende Haushalte aber zuverlässig bei der Tilgung der Hypothek entlasten. Im Umkehrschluss ist die Zielgruppe im ländlichen Raum aber faktisch größer.

Geeignete Immobilien als Kaufobjekte für Familien sind in den Städten tendenziell knapper oder schlichtweg zu teuer. Neuen Untersuchungen zufolge ist der Trend für "Stadt-Haushalte" mit Familiennachwuchs verstärkt aus den Städten rauszuziehen.

Selbstverständlich ist diese Entwicklung, dass das Baukindergeld eher im ländlichen Raum genutzt wird, sehr sinnvoll. „Problematisch wäre es, wenn jetzt auf dem Land wegen des Baukindergeldes viele Wohnneubauten entstünden, da in einem Teil der Landkreise nach unseren Erhebungen schon deutlich über den Bedarf hinaus gebaut wurde, was zu künftigen Leerständen führen kann. Dass sich bislang 85 Prozent der Anträge auf Bestandsgebäude beziehen, ist eher beruhigend“, sagt Michael Voigtländer vom Kölner Institut der deutschen Wirtschaft. Dennoch hält er das Baukindergeld für falsch investiertes Steuergeld. „Wenn wir ländliche Regionen nachhaltig stärken wollen, um die Wohnungsmärkte in den Städten zu entlasten, braucht es vor allem Milliarden-Investitionen in die Infrastruktur auf dem Land, etwa durch Bahnverbindungen, Breitbandausbau oder die Ansiedlung von Hochschulen.“

Insgesamt lässt sich also festhalten, dass das Baukindergeld eine sinnvolle Ergänzungsmaßnahme für junge Familien auf dem Weg zum Eigentum ist, jedoch damit die grundsätzlichen Problemstellungen weiter unberührt bleiben.

Deswegen setzten wir uns auch weiterhin dafür ein Baunebenkosten zu optimieren, den Bürokratisierungswahn zu stoppen und jungen Familien den Weg in die eigenen vier Wände zu erleichtern.

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